Der Tod zieht durch Münsters Innenstadt
Schüler befragen Passanten zu einem ernsten Thema
Münster. Der Tod zieht über den Prinzipalmarkt, die Ludgeristraße und über den Domplatz in Münster. Der Tod ist natürlich nicht persönlich vor Ort. Es sind Schülerinnen und Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums und der Friedensschule, die Passanten zum Thema Tod befragen. Bei Nieselregen und kühlen Temperaturen ziehen die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen los, um die Vorbeihastenden zu interviewen. Drei Fragen sollen sie beantworten: Wie stehen sie zum Thema Tod? Wie begehen sie Allerheiligen? Was wissen sie über Hospize?
Timo Frohne und Karsten Wieschmann werden am Domplatz das erste Mal "fündig". Sie befragen eine Nonne aus Bremerhaven: "Wenn ich Zeit habe, dann gehe ich zum Friedhof, ansonsten denke ich im Stillen an die Toten", sagt sie zum Thema Allerheiligen. Über Hospize weiß sie: "Das sind Sterbehäuser, in denen der letzte Abschnitt des Lebens verbracht werden kann." Zum Tod selbst lässt sie die Jugendlichen an ihren persönlichen Erfahrungen teilnehmen: "Durch meine Tätigkeit im Krankenhaus habe ich sehr viel mit Toten zu tun und denke, dass es zum Leben dazu gehört."
Ein weiterer Interviewpartner findet sich auf dem Prinzipalmarkt: Ein älterer Mann erklärt sich bereit, Rede und Antwort zu stehen. Die Allerheiligentradition gehört auch zu seinem Leben dazu: "Ich gehe zum Friedhof und bringe Blumen oder neue Kerzen zu dem Grab meiner Eltern." Wie schon die Nonne aus Bremerhaven ist er gut über Hospize informiert: "Das sind Häuser, in denen das Sterben erleichtert wird." Abschließend sagt auch er, dass der Tod ein Bestandteil des Lebens sei. "Er ist nicht tragisch. Er ist nur dann tragisch, wenn man seine eigenen Enkelkinder, die zum Beispiel durch einen Autounfall gestorben sind, zum Friedhof begleiten muss."
Nachdenklich über das Gehörte schlendern die beiden Schüler zum Treffpunkt mit den anderen. Nach einer Stunde klingt der Deutschunterricht der etwas anderen Art noch bei dem einen oder anderen Burger im Fast-Food-Restaurant aus, denn Laufen und Fragen macht hungrig.
Das Interview war eine Veranstaltung des Johannes-Hospizes im Rahmen des medienpädagogischen Pilotprojektes zum Thema "Sterben und Tod", an dem sechs münsterische Schulen und eine Schule aus Wilhelmshaven teilnehmen. Dieses Projekt prägt über acht Wochen den Deutsch- und Religionsunterricht und dauert bis Ende November.
Timo Frohne (Kardinal-von-Galen-Gymnasium, 9. Klasse)
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