Johannes Hospiz

September 2002 "Tag der offenen Tür"

Voraussetzung für Humor ist der Mut zur Wirklichkeit. So oder ähnlich könnte das Motto dieses Tages gelautet haben. Ohne aufdringlich zu wirken, mit einem vielseitigen, abwechslungsreichen und unterhaltsamen Rahmenprogramm gelang es, diesen Tag zu einem wunderschönen Fest werden zu lassen.

Es ginge darum, in der Öffentlichkeit zu sein und nicht nur auf sich aufmerksam zu machen, sondern auch dafür zu sorgen, dass über Sterben und Tod nachgedacht und gesprochen werden könne, ohne dass damit ein Tabuthema berührt und Ängste ausgelöst würden, so der Hospizleiter Michael Roes in seiner Ansprache zur Eröffnung dieses Tages. Der Alltag im Hospiz sei deutlich mehr geprägt von gewöhnlichen und grundlegenden Dingen, als sich dies die meisten Menschen vorstellen könnten. Das Hospiz sei letztlich ein Ort, der den Menschen die Chance gebe, auch die letzte Phase ihres Lebens so zu gestalten, wie sie sich dies vorstellten oder wünschen würden. Sehr einfühlsam, aber klar und ohne Umschweife brachte die Jahrespraktikantin Kerstin Pilz ihre Erfahrungen, die sie ein Jahr lang bis Ende August 2002 im Johannes-Hospiz sammeln konnte, in ihrer Ausführung an die Gäste auf den Punkt.

Es ging den Anwesenden förmlich unter die Haut, wie sie von Gesprächen und Begegnungen mit Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeiterinnen erzählte. Herr Ludger Prinz als Geschäftsführer machte deutlich, wie wichtig die Unterstützung derjenigen sei, die dem Johannes-Hospiz in jeder Hinsicht wohl gesonnen seien und hob dabei die Unterstützung durch die Ordensgemeinschaft der Mauritzer Franziskanerinnen hervor, die sich unermüdlich für die Belange des Hospizes einsetzten. Den Gästen wurde die Möglichkeit gegeben, je nach Interesse im Rahmen unterschiedlicher Vorträge sich intensiv mit dem Thema Sterben und Tod, Trauer, Trauerbegleitung, Schmerzen und Schmerztherapie und vielem mehr auseinander zu setzen.

Über den Tag verteilt nutzten mehr als 1000 Besucher die Gelegenheit, das Haus und die an diesem Tag begehbaren Räumlichkeiten zu erleben. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, von Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern über den Alltag und das miteinander zwischen Bewohnern und Mitarbeitern etwas zu erfahren.

Das sommerliche Wetter lud geradezu dazu ein, bei den unterschiedlichen Unterhaltungsangeboten zu verweilen und das bunte Treiben zu genießen. Dafür sorgte auch Catherine Dreher, die Kindern unterschiedlichen Alters viele Möglichkeiten zum Spielen und zur Beschäftigung anbot. Wer klassischer Musik offen gegenüber stand, erlebte eine exelente Aufführung des Salonorchesters der Westfälischen Schule für Musik. Freunde des Jazzdance waren 45 Minuten lang gefesselt von einer rasanten, erfrischenden und ausgezeichnet einstudierten Aufführung der Tanzschule Rebeldance unter der Leitung von Herrn Rebel. Wer sich dem Themenfeld Hospiz über Literatur nähern wollte, konnte Einsicht in unterschiedlichste Bücher nehmen, die der Fachbuchverlag Richter unter qualifizierter Beratung ausgestellt hatte.

Großen Absatz fand auch ein hochwertiger Kunstkalender des Lions-Club Münster Landois mit Kunstwerken, die dem münsterschen Umfeld entnommen sind. Da von der auf 1500 Exemplaren limitierten Auflage noch nicht alle Kalender veräußert wären, könne dieser Kalender auch weiterhin bestellt werden, meinte auf Anfrage der Vorsitzende des Lions-Club Münster Landois Herrmann. Der gesamte Erlös des Kalenders käme dem Johannes-Hospiz zu Gute, stellte er klar. Bereits zum Ende der Veranstaltung stand fest, dass im nächsten Jahr der 3. Tag der offenen Tür am letzten Samstag im August stattfinden würde.