WN 08.07.2010 "Johannes-Hospiz wird erweitert"

Einrichtung am Hohenzollernring plant einen Anbau und investiert 1,7 Millionen Euro

Münster. Geschätzt und in Würde bis zum Tode leben, das ist das Ziel der Arbeit im Johannes-Hospiz. Und das Team der 22 Mitarbeiter versucht, dies den Bewohnern so gut es geht zu ermöglichen. „Nur leider lassen sich alle Wünsche nicht immer erfüllen“, sagt Geschäftsführer Ludger Prinz. Zu eng sei es häufig im Johannes-Hospiz. Seit Jahresbeginn ist das Haus am Hohenzollernring immer ausgebucht. Die Lösung, daran arbeitet Ludger Prinz seit gut eineinhalb Jahren, ist eine Erweiterung. Jetzt scheint der Geschäftsführer der Johannes Hospiz Münster gGmbH das Ziel vor Augen zu haben. Im September, hofft der 49-Jährige, könne mit dem Anbau begonnen werden.

1,7 Millionen Euro sollen für die Erweiterung am Hohenzollernring investiert werden. Die Johannes-Hospiz gGmbH selbst muss rund 380 000 Euro aus eigenen Mitteln bestreiten. Ein Kraftakt, betont der Geschäftsführer, zumal seit Haiti viele Spenden ausgeblieben seien. Ludger Prinz ist trotzdem optimistisch, das Geld für die notwendig gewordene Erweiterung zusammenzubekommen. Spendenzusagen für rund 100 000 Euro liegen ihm bereits vor.

Gebaut wird demnächst im heutigen Garten des Johannes-Hospizes, so ist es geplant. Als Ausgleich für die bebaute Fläche hat die Trägergesellschaft einen benachbarten Garten von der Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen erworben.

Das komplette Grundstück hinter dem heutigen Johannes-Hospiz soll für den Erweiterungsbau genutzt werden. Um Bewohnern das Leben zu erleichtern, wird der Neubau beispielsweise mit einem geräumigeren Aufzug ausgestattet. Die Pflege werde durch die neuen Möglichkeiten im Anbau erleichtert, beschreibt Ludger Prinz die Vorteile. Angehörige könnten bald ein eigenes Zimmer bekommen, um Familienmitglieder zu begleiten. Bisher müssen sie entweder im Hotel übernachten oder im Zimmer der Bewohner. Was aber nie jemand in Anspruch genommen habe, so Prinz.

Als das Haus am Hohenzollernring vor elf Jahren als Hospiz eröffnet wurde, standen acht Plätze für Bewohner zur Verfügung. Nach Fertigstellung der Maßnahme durch die Architekten Voscort, Simon, Janz gibt es Räume für zwölf Bewohner und vier Angehörige. Mit Unterstützung des Kinderhospizes Königskinder, mit dem das Johannes-Hospiz einen Kooperationsvertrag geschlossen hat, können im neuen Haus auch zwei todkranke Kinder sowie deren Angehörige aufgenommen werden. Außerdem könne man künftig auch den Bedürfnissen von Menschen mit Migrationshintergrund besser Rechnung tragen.

Im Neubau ist mehr Platz für den Wohn- und Essbereich eingeplant. Groß und gemütlich soll es dort werden. Die Bewohner des Hospizes haben zudem die Möglichkeit, auf einer geschützten Terrasse die frische Luft zu genießen. Ein Wunsch, so Ludger Prinz, der immer wieder an ihn herangetragen werde. Der Geschäftsführer des Hospizes hofft darum, im September mit dem Neubau zwischen der alten Villa und dem Franziskus-Hospital beginnen zu können.

 

Gabriele Hillmoth 

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