MZ 19.03.2010 "Sterben als Thema"
Schüler kooperieren mit Johannes-Hospiz

Münster Die letzte Phase des Lebens künstlerisch umzusetzen - das haben 45 Schüler der Hildegardisschule im Kunst- und Religionsunterricht geschafft. Die im Kirchenfoyer ausgestellten Werke sind in einer Kooperation mit dem Johannes-Hospiz entstanden. So betont Michael Roes, Leiter des Hospizes, die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Kirche und Schulen um das Thema „Sterben" in die Öffentlichkeit zu tragen.
Die Schüler haben sich in einer persönlichen Runde zusammen mit Kunstlehrerin Monika Bernd und Religionslehrer Walter Schmetz mit dem Thema auseinandergesetzt. „Es wurde bewusst noch nicht viel über Sterbebegleitung im Unterricht gesprochen, um ein unvoreingenommenes Arbeiten der Schüler zu gewährleisten", so Schmetz. Die Schüler haben sich drei Monate lang mit der Thematik intensiv beschäftigt und schon zu Beginn festgestellt, dass es schwierig ist, detaillierte Information zum Sterben zu finden, da vieles nur auf das Thema Tod abzielt.
An den verschiedenen Werken, die alleine oder in Gruppenarbeit erstellt wurden, lässt sich jedoch erkennen, wie gut dies den Schülern gelungen ist: Denise Graessle hat das Thema Sterben in einem "Schicksalsbaum" zum Ausdruck gebracht. Wobei eine der aus Japanpapier gestalteten Figuren sich von den anderen durch ein dunkles Papier und die Hockhaltung absetzt: Die Schülerin hat sich in das Sterben hineinversetzt.
Verena Bachmann hat ihr Werk „Wie will ich gehen?" genannt. Auf einer Leinwand finden sich Todesanzeigen aus Zeitungen, die mit Acrylfarbe übermalt sind und verschiedene Arten des Sterbens zeigen: Gewalt, Krankheit, Autounfall und hohes Alter. Stefanie Schaepers hat wieder eine andere Art gefunden mit dem Thema umzugehen: Sie hat ein Kleid genäht und ihre Lebensgeschichte darauf festgehalten. „Das hilft auf jeden Fall, so habe ich die Gedanken an meine beste Freundin oder das pinke Fahrrad zu meiner Kommunion festgehalten", meint die junge Künstlerin.



