MZ 11.8.2009 "Kampagne für das Leben"

MÜNSTER K 22 Tage. So lange dauert ein durchschnittlicher Aufenthalt in einem SterbeHospiz. Sterben ist in der Gesellschaft noch immer ein Thema, über das nur wenige sprechen.
Beiseite schieben und verdrängen, das tun viele Menschen mit diesen letzten Wochen vor dem Tod. Dabei sind drei Wochen doch eigentlich keine lange Zeit. Die Angst davor ist umso größer. Mark Coles, Sänger der Städtischen Bühnen, findet, daran müsse sich endlich etwas ändern: Der Tod gehört zum Leben dazu. Ganz natürlich" , sagt er. Deshalb singt Coles auch zum Jubiläum des zehnjährigen Bestehens des JohannesHospizes am Tag der offenen Tür" am 29. August. Gegen das Tabu. Und für einen offeneren Umgang mit dem Tod und der Arbeit eines Hospizes. Gemeinsam mit vielen anderen Künstlern ist Coles Mitglied der Kampagne 22 Tage -Voll im Leben" der münsterschen Agentur Branded Events.
Lebenswert
Die Mitarbeiter der Agentur wollten sich schon lange ehrenamtlich engagieren. Und sind dabei ganz schnell an Ludger Prinz, den Geschäftsführer des Johannes-Hospizes, geraten. Auch für das Team der Agentur war es anfangs schwer, sich mit Tod und Sterben zu befassen. Bei Besuchen im Johanneshospiz haben wir aber gemerkt,dass es dort viel mehr um das Leben geht als um den Tod. Eher um ein lebenswertes. Das hat uns gefallen" , erklärt AgenturChef Hermann Bromberger. Als dieser Knoten endlich geplatzt war, sprudelten die Ideen. Fünf Stunden Sitzung mit der Agentur - keine Seltenheit", kommentiert Prinz schmunzelnd die Zusammenarbeit. Er ist zufrieden. Eine spannende Geschichte ist das" , sagt er.
Theater, Film, Fotografie, Musik - das Netzwerk der teilnehmenden Künstler ist vielseitig. Denn vielleicht ist es zu Beginn einfacher, sich mit der Kunst auseinander zu setzen anstatt direkt mit dem Tod. Nicht bedrängen sondern berühren sollen sie, diese Beiträge der münsterschen Sänger, Fotografen und Bodypainter. So auch das Schauspiel von Christoph Gilsbach. Der ist die Schlüsselfigur der Kampagne. Bei seinem Programm immer dabei: ein alter Lederkoffer mit bunten Aufklebern aus der ganzen Welt. Auch der Aufenthalt in einem Hospiz ist wie eine Reise" , erklärt Gilsbach.
Berührungsängste
Bei der begleitet das JohannesHospiz Menschen nun schon seit zehn Jahren. Bei der Geburtstagsfeier am 29. August im JohannesHospiz mit allen Künstlern sollen Berührungsängste schwinden. Denn es ist doch nur eine Reise. Aber eine besondere.
K Merle Plachta » www.22tage.



