EH, 6.8.2009 "Kunst und Künstler beim Tag der offenen Hospiz-Tür"

06.08.2009 | HH] Neun Mal hat das Johannes-Hospiz zu Tagen der offenen Tür eingeladen - im zehnten Jahr seines Bestehens bekommt es die Organisation dieser Veranstaltung von Marketing-Profis und Künstlern geschenkt.
"Das Ereignis am 29. August hat echte Jubiläums-Dimensionen", freute sich bei der Vorstellung des Programms heute Ludger Prinz, Geschäftsführer des Hospizes am Hohenzollernring.
"Längst ans Herz gewachsen"
Hermann Bromberger, Geschäftsführer der Agentur BrandedEvents, und sein Team haben einige Monate Arbeit und viel Initiative in die Zusammenarbeit mit dem Hospiz gesteckt. "Wir suchten eine Organisation, für die wir uns ehrenamtlich ins Zeug legen konnten - und haben mit dem Thema Hospiz-Arbeit eine unerwartete, aber jetzt längst ans Herz gewachsene Herausforderung gefunden", so Bromberger. Das Tabuthema Tod und Sterben - "wie ich selbst zunächst, so verbinden das doch die meisten Menschen mit dem Begriff ,Hospiz " - in die Mitte holen und deutlich machen, dass es dort vielmehr um ,Leben bis zuletzt geht, das möchte der Tag der offenen Tür bei den Besuchern erreichen.
Kunst als Transport-Mittel
Erreicht ist das bereits bei den Künstlern, die die Marketing-Agentur ins Konzept des Veranstaltungstages eingebunden hat. "Wir freuen uns, dass Musik, Theater und Foto/Film als ,Transport-Mittel für unser Thema vom letzten Lebensabschnitt dienen", so Ludger Prinz. Für ein vielfältiges Programm-Angebot am 29. August zwischen 11 und 18 Uhr in den Gärten beim Hospiz haben bekannte münstersche Künstler, aber auch zum Beispiel das Scharlatan-Theater aus Hamburg Beiträge zugesagt.
Leitfigur: Der Reisende
"Leitfigur" des Projektes "22 Tage" (im Durchschnitt verbringen die Gäste des Hospizes eben 22 Tage dort) ist ein Reisender": Der bekannte Clown "Prof. Spaghetti" alias Christoph Gilsbach verdeutlicht (auch am 26. August für die Veranstaltung in der Innenstadt werbend) den Ursprung des Begriffes Hospiz, nämlich "Herberge". Unterwegs mit dem Koffer, dem Lebensgepäck, findet der Mensch am Ziel der Reise eine Unterkunft, in der er willkommen ist und sich zuhause fühlen kann.
"Dabeisein ist selbstverständlich"
Für Gilsbach ebenso wie etwa für Jürgen Bleibel (Klavier), Kabarettist Markus von Hagen oder Sänger Mark Coles ist der Einsatz selbstverständlich - sie alle beschäftigen sich mit dem Thema Sterben durchaus auch persönlich. "Orte der Nähe und der Herzlichkeit zu schaffen", so sagt Eva-Maria Jazdzejewski vom placebotheater, sei der Anspruch ihrer Gruppe. "Deshalb möchten wir mit unserem Angebot Menschen gut tun".
Künstler und Sponsoren
Viele weitere Künstler stellen ihre Fähigkeiten ebenfalls in den Dienst der Sache, ein intelligentes, unterhaltendes, nachdenkliches, fröhliches und ansprechendes Programm mit zu gestalten, das die Besucher behutsam erreicht, um einen Zugang zum Thema Hospiz zu ermöglichen. "So niederschwellig oder so intensiv, wie sich das Jedermann zutraut", ergänzt Agentur-Mitarbeiterin Irina Seranski. Zahlreiche Sponsoren sind auch mit dabei, so dass der Tag auf einer breiten Basis steht. Die Türen sind am 29. August weit geöffnet...
www.22-Tage.de
Ab morgen, 22 Tage vor dem Ereignis, ist übrigens auch ein eigener Internet-Auftritt geschaltet unter www.22-Tage.de, der auch nach dem Tag der offenen Tür bestehen bleiben und weiter über das Hospiz informieren soll.
Heike Hänscheid



