Echo-MS "Zehn Jahre Johannes-Hospiz: Zehn Jahre Einsatz für das Leben"

[01.07.2009 | HH]Gut 1000 Menschen haben seit der Gründung des Johannes-Hospizes in Würde die letzten Tage und Wochen ihres Lebens dort verbringen können - liebevoll betreut, selbstbestimmt und in familiärer Atmosphäre.
Seit zehn Jahren besteht nun das Haus in direkter Nachbarschaft zum St. Franziskus-Hospital und ist aus dem Netz der entsprechenden Betreuungseinrichtungen in der Stadt nicht mehr wegzudenken. Das Jubiläum will gefeiert sein.
Von der Insel zum Netzwerk
"Waren wir 1999 noch mit einer kleinen Insel vergleichbar", so sinniert Michael Roes, der Leiter des Hauses, "so sind wir mit unserem stationären Hospiz, aber inzwischen auch dem ambulanten Hospiz- und Palliativdienst heute klar als Teil eines Netzwerkes bekannt und anerkannt". Ärzte und Krankenhäuser wissen um die stationären und ambulanten Angebote in der Stadt und verweisen Patienten und Angehörige dorthin. "Insgesamt", so sieht es auch der Geschäftsführer des Johannes-Hospizes, Ludger Prinz, "ist die Gesellschaft in dieser Dekade offener geworden für Themen wie Hospiz- und Palliativ-Arbeit".
Einladung am 29. August
Das zehnjährige Bestehen der Einrichtung soll dem Rechnung tragen: Ein besonderer "Tag der offenen Tür" möchte am 29. August von 11 bis 18 Uhr viele Münsteraner in den Garten am Hohenzollernring und ins Haus selbst einladen: Mit Unterstützung der Agentur "branded events" entstand das Konzept, bei dem "Kunst" - und ein Wanderer als Symbolfigur für den Lebensweg - die Funktion einer Brücke übernehmen möchte.
So intensiv wie gewünscht
Herman Bromberger, Geschäftsführer der Agentur, und seine Mitarbeiterin Irina Seranski haben sich engagiert (und kostenlos) ans Werk gemacht, um die Jubiläums-Begegnung zu gestalten: Theater und Musik, Lesungen, Kinderprogramm, Vorträge und Kulinarisches sollen jedem Besucher erlauben, so intensiv wie individuell gewünscht Themen rund um die Hospizarbeit an sich heran zu lassen. Die beiden Konzept-Ersteller jedenfalls sind bei ihren Besuchen im Haus von der Atmosphäre so berührt worden, dass sie an eine langfristige und dauerhafte Zusammenarbeit denken, um die engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen dort mit ihren Mitteln zu unterstützen.
Leben bis zuletzt
Dass sich zunehmend Menschen - auch jüngere - angesichts der wachsenden Single-Strukturen, der Vereinzelung und zerbrechender Familienstrukturen um die Fragen nach dem Wie des eigenen Lebensendes Gedanken machen, wird allerorten spürbar. Zu wissen, dass es mit den Hospizen und Palliativ-Netzen eine gute Chance auf ein "Leben bis zuletzt" gibt, ist beruhigend. Aber, das finden alle Beteiligten im Johannes-Hospiz, das sollte auch Herausforderung sein, sich für den Erhalt und Ausbau solcher Angebote (durchaus auch finanziell) einzusetzen. Denn jährlich rund 250.000 Euro muss etwa das Johannes-Hospiz an Eigenmitteln aus Spenden in den Haushalt einbringen.
Fest als Dankeschön
"Unser Fest im August soll deshalb auch ein Dankeschön an alle Klein- und Großspender - von den "Kranzspendern" bis zur St. Antonii-erzbruderschaft - sein". Vor allem aber soll es den Mitarbeitern, den Pflegerinnen und Pflegern, den Franziskanerinnen und dem großen Stamm an ehrenamtlichen Mitarbeitern explizit sagen: Ohne Ihren Einsatz, ohne die Wärme und die Menschlichkeit könnte dieser Ort nicht existieren.
Verankerung im Alltag der Stadt
Wünsche für die nächsten zehn Jahre? Da sind sich Ludger Prinz und Michael Roes einig: "Eine stabile wirtschaftliche Basis einerseits, andererseits aber auch die ,Normalität des Hospiz im Alltag der Münsteraner zu erreichen, das ist es!"
Heike Hänscheid



