WN 7.4.2009 "Todkranke noch besser begleiten"

Münster - Durch das zunehmende Alter und die damit einhergehenden Krankheiten hat auch die Nachfrage nach einer professionellen Sterbebegleitung zugenommen. Das Johannes-Hospiz hat mit seiner neuen Akademie zur Fort- und Weiterbildung reagiert, die im letzten Monat in der Rudolfstraße in unmittelbarer Nähe des Franziskus-Hospitals eröffnet wurde. Da die Ehrenamtlichen in der ambulanten Hospizbetreuung bereits sehr stark gefragt sind, startet die Akademie am Johannes-Hospiz im Juni einen neunmonatigen Kursus "Palliative-Care für Pflegende". Der Kursus richtet sich an Pflegefachkräfte im Bereich der ambulanten wie stationären Pflege und wird in einem Umfang von 160 Stunden berufsbegleitend durchgeführt, kündigt Dozent Andreas Stähli an. Er konzentriert sich neben seiner Pflegearbeit im Johannes-Hospiz auf die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern in der Palliativarbeit.Denn eine qualitativ gute Sterbebegleitung "ist häufig ganz anders als man in Krankenhäusern mit Patienten umgeht", erklärt Stähli, studierter Philosoph, Fachbuchautor und examinierter Altenpfleger. Während im Krankenhaus alles darauf ausgerichtet sei, Patienten zu heilen, falle diese Möglichkeit in der Palliativarbeit weg. "Hier arbeiten wir bedürfnisorientiert." Will heißen, dass die Lebensqualität des Todkranken im Vordergrund steht. Wenn dem Patienten beispielsweise nach einem Glas Wein zumute sei, werde es ihm aus medizinischen Gründen nicht verweigert, so Stähli.Die Akademie will für das Thema Hospizarbeit sensibilisieren und zugleich die Bildung von interessierten Laien wie Fachkräften verbessern. So werden Grund- und Aufbaukurse in "Palliative Care" ebenso angeboten wie Vorträge zu Jenseitsvorstellungen im Islam oder Buddhismus. Im Mai ist ein Vortrag "Palliative Versorgung in Tanzania" geplant. Palliativabteilungen gibt es inzwischen in mehreren münsterischen Krankenhäusern. Die Akademie am Johannes-Hospiz will auch bei externen Anfragen Seminare in den Räumen an der Rudolfstraße anbieten.
Dienstag, 07. April 2009 | Quelle: Westfälische Nachrichten (Münster)



