WN 17.2.2009 "Sinnesfreuden für den guten Zweck"

Münster - Festlich angerichtet, häppchenweise serviert: Dekoratives fürs Auge, Lukullisches für den Gaumen, Musikalisches für die Ohren - in Brökers Speicher wurden am Samstagabend alle Sinne verwöhnt. Und genau so hatten es sich die Veranstalter gewünscht. "Ein Herz für das Johannes-Hospiz“ prangte als Leitmotiv über dieser Gala, deren Gäste eine gelungene Premiere erlebten.Um Mitternacht stand fest: Das soll keine einmalige Aktion bleiben, das soll Tradition werden. Feiern für einen guten Zweck - und damit auch Geld sammeln für einen guten Zweck: Ludger Prinz machte gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich, warum das wichtig ist - und in Zukunft wohl auch noch immer wichtiger wird: "Pro Jahr müssen wir rund 200000 Euro an Spendenmitteln aufbringen“, betonte der Geschäftsführer. Kurz blickte Prinz auf die vergangenen zehn Jahre zurück, in denen das Haus am Hohenzollernring vielen Menschen am Ende ihres Lebens einen Abschied in Würde ermöglicht hat.Ein Herz für das Johannes-Hospiz: Die rund 160 Besucher hatten es - und haben es. Ihr Eintritt zu einem abwechslungsreichen Programm, die Loskäufe für die reichhaltige Tombola, die amerikanische Versteigerung mehrerer Bilder - alles zusammen fließt auf das Konto des Hospizes, das auch in diesem Jahr wieder Tag für der Tag vor der Aufgabe steht, die notwendigen Eigenmittel zu sammeln. Und deshalb hatten auch alle Künstler und Akteure des Programms auf jegliches Honorar verzichtet: Die Damen durften sich stattdessen über einen Handkuss von Moderator Burkhard Spinnen freuen: "Das hat absoluten Seltenheitswert, das tue ich eigentlich nie“, unterstrich er selbst.Auf dem Teller wechselten sich Merettichsüppchen mit karamellisierten Walnüssen, glasierte Entenkeule mit Thymiantarte, Himbeermousse, Creme brulee und Eis ab, auf der Bühne untermalte das Salonorchester Münster die Abfolge der Leckereien. Und auf jeden Gang folgte eine willkommene Pause, in der Caroline Thomas und Marc Coles ein musikalisches Medley servierten, Annette Johansson und Andrea Shin Arien präsentierten, Tap5 als Weltmeister im Stepptanz agierten. Eric Wilbois hatte die Versteigerung der verschiedenen Bilder übernommen, die Junior-Jazz-Connection der Westfälischen Schule für Musik den musikalischen Ausklang. Es wurde viel geredet, gelacht, erzählt - nur einer blieb stumm: Der Unterhaltungskünstler und Pantomime Christoph Gilsbach war zwar an jedem Tisch zu finden, wuselte durch die Gänge, schaffte es auch, eine Ordensfrau zum Tänzchen zu bewegen - und schloss nur durch Mimik und Gestik Bekanntschaft mit fast jedem Gast.Kurzum: Für jeden war bei einem solch kurzweiligen Programm mehr als ein Appetithäppchen dabei. Die "Ideen-Väter der Gala“ - Ludger Prinz und Franz-Josef Bröker - durften sich nach dem ersten Lampenfieber entspannt zurücklehnen. "Premiere gelungen“, war das Fazit ihrer Gala-Gäste. Im Klartext: In zwei Jahren soll Gala Nummer zwei folgen.

Dienstag, 17. Februar 2009 | Quelle: Westfälische Nachrichten (Münster)

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