WN 19.1.2009 "Frohe Botschaft voller Stimmkraft"

Münster. Das Volumen, mit dem der 150 Stimmen starke Gospelchor "God's Black Sheep" das Kirchenschiff der Mutterhauskirche am Franziskus-Hospital füllte, findet sich selten. Zumindest in der nicht-professionellen Liga. Voluminös, ambitioniert, den schnipsenden Gospel im Blut - und trotzdem allesamt Laien: Die Sängerschaft, die dort am Freitagabend zugunsten des Hospizes als ihre Stimmen erhob, bediente musikalisch, stimmlich und auch in Sachen Altersgruppen ein breites Spektrum; der jüngste Sänger ist gerade einmal 17, der älteste 79 Jahre alt. Gospel verbindet. Das weiß auch Chorleiter Gerrit Tepe, der "Leithammel", wie er von den Mitgliedern des Ensembles liebevoll genannt wird.
Seit zwei Jahren führt er die "Schwarzen Schafe" an. "Gospel bringt die Leute zusammen,
und es ist eine spannende Herausforderung,mit Menschen zu arbeiten, die vorher nicht gesungen haben". Das funktioniert erstaunlich gut. Kein Wunder, denn Tepe hat Erfahrung; Schon während seines Studiums in Dresden hatte der heutige Hiltruper Schulmusiker die Idee vom eigenen Gospelchor, im Jahr 2007 setzte er die Idee in Münster um -mit Erfolg. Seitdem gab der Laienchor zahlreiche Konzerte, füllte Kirchenbänke bis auf den letzten Platz, wächst und wächst und probte eifrig in wechselnden Stadtteilen. Diesmal im Kant-Forum in Hiltrup: "16 Proben haben wir für das aktuelle Programm benötigt, das wir in insgesamt 20 Auftritten präsentieren" erklärt Tepe. "Und unser Ziel ist es, die Mauer zum Publikum zu durchbrechen und es an den Konzerten teilhaben zu lassen". Und eben das ist denn auch das Erfolgsrezept der "God's Black Sheep", die bei ihren Auftritten mittlerweile auf eine fest eingeschworene Fangemeinde zählen können.
Die Zutaten: Vor allem afrikanischer Gospel und Spirituals, im vierstimmigen Chorsatz arrangiert, die also ohne Band und Begleitung auskommen und wohl gerade deshalb, da die Musik in ihrer schlichten Ursprünglichkeit daherkommt, ansteckende Lebensfreude transportieren. Die "God's Black Sheep" sind keine Harlem-Singers, aber das ist auch nicht ihr Anspruch, wie Tepe sagt. Doch siewissen das Publikum mitzureißen. Und so hält es bei den swingenden Songs kaum jemanden auf der Kirchenbank, klatschend gibt sich das Publikum dem Rhythmus hin. Dafür sorgen Stücke wie "Jesus be a fence", "Go down Moses" und natürlich "Tell it on the Mountain", der Pate für den Titel der Konzertreihe stand.
Eine Portion Professionalität gewinnt die Formation an diesem Abend mit der Stimme von Mark Coles, bekannt von den Städtischen Bühnen. Und so erfüllte sich der Gospel in vollem Wortsinn, dem Evangelium, der frohen Botschaft also, die in vollem Volumen verkündet wurde.



