WN 4.12.2009 "Kinderhospiz kommt nach Münster"

Münster - Die Raumnot ist überall spürbar. Kaum Möglichkeiten, sich zurückzuziehen, Gespräche zu führen, Besucher zu empfangen. Kurzum: "Wir platzen aus allen Nähten“, macht Ludger Prinz die Dringlichkeit deutlich, mit der das Johannes-Hospiz seinen Erweiterungsbau angeht. Im Frühjahr 2010 soll der Startschuss fallen für ein Millionen-Projekt - um die räumliche Situation zu entzerren und zusätzlich zwei neue Hospiz-Plätze zu schaffen. Künftig sollen dann auf jeden Fall zehn Menschen im miteinander verbundenen Alt- und Neubau Platz finden, um dort ihren letzten Lebensabschnitt in Ruhe und Würde beschließen zu können.

Und was ist mit der geplanten Kooperation mit dem Trägerverein für das Kinderhospiz Königskinder? In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Spekulationen um eine mögliche Zusammenarbeit zwischen beiden Trägern gegeben. Danach sollten im Johannes-Hospiz am Hohenzollernring zusätzlich zwei Plätze für todkranke Kinder eingerichtet werden.

Intensive Gespräche, so bestätigen beide Seiten gestern auf Anfrage unserer Zeitung, habe es gegeben. Es liege ein schriftlicher Vertragsentwurf auf dem Tisch, der eigentlich nur noch unterzeichnet werden müsse.

Ludger Prinz geht zum jetzigen Zeitpunkt auch davon aus, "dass das bald passiert“, wie er auf Nachfrage gestern Abend bestätigte. Hubertus Foyer, Vorsitzender des Trägervereins der "Königskinder“, die zurzeit von einem Haus der Mauritzer Franziskanerinnen in Telgte aus ihre Arbeit koordinieren, ebenfalls. Foyer: "Wir wollen diesen Schritt von der ambulanten in die stationäre Betreuung mit einem professionellen Partner wie dem Johannes-Hospiz zusammen gehen.“ Die Geschäftsführerin des Vereins, Anna Pein, hatte zuvor zumindest gegenüber unserer Zeitung geäußert: "Gespräche laufen, können aber auch noch kippen.“ Eine Einschätzung, die für Hubertus Foyer absolut nicht nachvollziehbar ist: "Es gibt einen Vorstandsbeschluss sowie ein Votum der Mitgliederversammlung für diese Zusammenarbeit“, betonte er gestern Abend unmissverständlich. Er sehe in der Kooperation vielmehr einen wichtigen Schritt hin zur stationären Arbeit des Kinderhospizes Königskinder. Denn zu welchem Zeitpunkt der Verein über ein eigenes Hospizgebäude verfügen könne, sei nicht absehbar.

Im Haus des Johannes-Hospizes sollen zwei Zimmer für sterbende Kinder eingerichtet werden, zudem Familienzimmer für ihre Angehörigen.

Davon unabhängig stellt sich das Johannes-Hospiz für seine Erweiterung auf eine Bauzeit von rund einem Jahr ein. Die von Architekt Werner Voscort gestern vorgestellten Planungen umfassen auch eine Gedenkstätte für die Verstorbenen im Garten des Hospizes.

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