Zwischen Ende und Anfang

Ein medienpädagogisches Projekt zum Thema „Tod"

Wenn im Flur des Johannes-Hospiz eine Kerze brennt, dann ist gerade ein Patient gestorben. Rund 700 Mal hat die Kerze in den sieben Jahren des Bestehens gebrannt. Die Bilder der Verstorbenen sind in einem Buch zu sehen: - beredtes Zeichen dafür, dass sie nicht vergessen sind und in den Herzen weiterleben. Im Johannes-Hospiz erleben die Sterbenden noch einmal besondere Zuwendung am Ende ihres Lebens. Deswegen ist die Einrichtung kein Haus des Sterbens, sondern ein Haus mitten im Leben.

Im Johannes-Hospiz zeigt sich das Leben genauso vielfältig wie außerhalb der beeindruckenden roten Backstein-Villa: Es wird gelacht und geweint. Menschen begegnen sich und verbringen angenehme gemeinsame Stunden. Das Johannes-Hospiz am Hohenzollernring ist mitten unter den Menschen. Der Tod - eines der großen Tabu-Themen unserer Gesellschaft? An diesem Ort zeigt sich: Hemmungen gegenüber dem Hospiz sind völlig fehl am Platze.

In einem Pilotprojekt mit dem Titel „Zwischen Ende und Anfang" arbeitet das Johannes-Hospiz unter seinem Leiter Michael Roes deshalb mit den beiden Journalisten Gerd Felder und Markus Breuer vom „Team Zirkel" zusammen. Unter deren medienpädagogischer Anleitung beschäftigen sich bis Ende November über 300 Schülerinnen und Schüler aus Münster und Wilhelmshaven mit dem Thema „Tod". Acht Wochen lang setzen sie sich mit so unterschiedlichen Zeitungen wie den „Westfälischen Nachrichten", der evangelischen Kirchenzeitung „Unsere Kirche" und der „Frankfurter Rundschau" auseinander und nehmen deren Berichterstattung zu diesem Themenbereich unter die Lupe. Im Rahmen des Projektes werden die Jugendlichen aber auch selbst zu Journalisten und beschäftigen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem vermeintlichen Tabu-Thema. In Theorie und Praxis lernen die Schülerinnen und Schüler so die unterschiedlichen journalistischen Stilformen kennen. Die Schüler-Texte sollen in einem „Hospiz-Buch" veröffentlicht werden, das im Dialogverlag Münster erscheint. Die besten Artikel werden darüber hinaus in der katholischen Kirchenzeitung „Kirche+Leben" publiziert. Dadurch erfährt eine breite Öffentlichkeit, wie junge Menschen dem Thema „Tod" begegnen. Darüber hinaus veröffentlicht der „Bundesverband Deutscher Bestatter" weitere Schüler-Texte in seiner Zeitschrift „Bestattungskultur".

Der Tod betrifft jeden von uns. Er gehört als Thema dorthin, wo es früher einmal war: mitten in die Gesellschaft. Zu dieser Entwicklung trägt die Hospiz-Arbeit in einem ganz erheblichen Maß bei.

Das Projektteam „Zirkel":
Ein Zirkel setzt an einem Punkt an, um von ihm aus Kreise zu ziehen. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Arbeit der beiden Journalisten Gerd Felder und Markus Breuer. Gemeinsam mit dem Johannes-Hospiz setzen sie beim Thema „Tod" an, um mit rund 300 Jugendlichen aus Münster Kreise zu ziehen.
Das Team „Zirkel" steht nicht nur für professionellen Journalismus in Theorie und Praxis, sondern auch für die Arbeit im christlichen Geist. Gerd Felder und Markus Breuer sind erfahren im Bereich der konfessionellen Presse. Im Jahr 2002 haben sie mit dem DOM aus dem Erzbistum Paderborn die erste Kirchenzeitung überhaupt in die Schule gebracht. Gerd Felder hat das Projekt als Chefredakteur initiiert und konzeptionell erarbeitet, Markus Breuer war als Projektredakteur Bindeglied zwischen Schülern und Zeitung.
Dem erfolgreichen Anfangsprojekt folgten 2003 und 2004 zwei weitere. Aus diesen positiven Erfahrungen ist das selbstständige „Team Zirkel" entstanden, das zuletzt ein vielbeachtetes Pilotprojekt mit der Wochenzeitung „Unsere Kirche" und dem Söderblom-Gymnasium im ostwestfälischen Espelkamp, der größten evangelischen Schule im Bundesgebiet, durchführte. Das „Team Zirkel" möchte den Schülerinnen und Schülern eine entscheidende Erfahrung mit auf den Weg geben: Dass der christliche Glaube ebenso spannend und vielseitig ist wie der Beruf des Journalisten.

Die Teilnehmer:
Am gemeinsamen Projekt des Johannes-Hospiz und des Teams „Zirkel" nehmen über 300 Jugendliche von sieben unterschiedlichen Schulen aus Münster und Wilhelmshaven teil:

  • Pascal-Gymnasium
  • Kardinal-von-Galen-Gymnasium
  • Marienschule
  • Mauritz-Gymnasium
  • Johannes-Gutenberg-Realschule Hiltrup
  • Friedensschule
  • Cäcilienschule Wilhelmshaven

Über das Projekt ist ein Buch erschienen, das im Shop des Johannes-Hospiz erhältlich ist.

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