… und sprich darüber

Das Wort des kommunistischen Politikers der deutschen Nachkriegszeit, Walter Fisch (1910-1966), hat Karriere gemacht: „Tue Gutes und sprich darüber.“  Der Slogan ist schon etwas in die Jahre gekommen und abgegriffen, aber immer noch aktuell. Über die kleinen und großen guten Werke zu reden ist die Alternative zu den vielen negativen Schlagzeilen, die unsere Nachrichten und Gespräche bestimmen. „Tue Gutes und sprich darüber.“ Es soll bekannt werden, was Menschen alles unternehmen, um die Gesellschaft freundlichen und hilfsbereiter zu machen.

Es hatte sich herumgesprochen: Petrus hat in Jerusalem einen Gelähmten geheilt. Und die Apostelgeschichte berichtet, dass nun viele Leute im Tempel zusammenkamen, um das Ergebnis zu bestaunen und den geheilten Mann zu sehen. Alle starrten auf Petrus und die anderen Apostel und warteten auf eine Erklärung. (Apg 3, 11ff) Wie ist euch das gelungen? Wie geht das? Gibt es einen Trick? Obwohl Petrus schon ein glänzender Selbstdarsteller ist, gibt er eine überraschende Antwort: Meint ihr wirklich, wir hätten aus eigener Kraft und Frömmigkeit bewirkt, das der Mann wieder gehen kann? Nein, das haben wir nicht. Das waren nicht wir. Der Glaube an den Auferstandenen, so sagt Petrus, hat ihn vor euer aller Augen die volle Gesundheit geschenkt.

Es wäre schön, wenn sich auch heute solche Wunder der guten Werke ereignen würden. Es wäre schön, wenn der Glaube an den Auferstandenen auch heute die Kraft besäße zu heilen. Aber das bleibt wohl eher die Ausnahme. Aber dennoch bewegt der Glaube auch heute viel. Gute Taten brauchen auch immer wieder Motivation. Es braucht eine Kraft, eine Idee, die sie voranbringt. Hier kommt für mich heute der Glaube an den Auferstandenen ins Spiel, als diese Kraft, als diese Motivation. Würde ich, ohne dass der Glaube und die Kirche mich immer wieder zu guten Werken anhalten, würde ich allein aus mir selbst heraus diese Motivation haben? Vielleicht ja, aber nicht so konsequent.

Andere Menschen werden ihre Motivation von anderen Ideen und Gemeinschaften bekommen. Das Rote Kreuz. Arbeiterwohlfahrt. Greenpace. Amnesty International.Wo auch immer Menschen guten Willens etwas tun ist es nicht wichtig, in wessen Namen sie es tun – nur dass sie es tun ist wichtig.

 

Lutz R. Nehk

 

Hier können Sie den Beitrag auch anhören: MEDITATION
Foto: © Grace-Winter_pixelio.de

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