WN, 28.12.2016: Eine goldene Bescherung

Johannes-Hospiz: Zahnärzte spenden 60 959 Euro aus Altgoldresten und danken ihren Patienten

Von Maria Meik

MÜNSTER. Sie haben es mit Gold und Kronen zu tun. Wer jetzt an Könige denkt, der liegt falsch – und doch irgendwie goldrichtig. Denn diese Herren sind einfach königlich in ihrem Engagement. Sie sind Sterbenden zugetan. Berufsbedingt schauen sie in Mundwerke, sammeln Goldreste und spenden den Erlös an das Johannes-Hospiz. Und das lässt Ludger Prinz königlich strahlen.

„Grandios. Ich fühle mich wie Hans im Glück und bin den Zahnärzten sehr dankbar. Es ist einfach nur schön, sie sind verlässliche Partner“, freut sich der Hospiz-Geschäftsführer, dessen Haus jährlich Spenden in Höhe von über 350 000 Euro aufbringen muss.

Die Zahnärzte Jürgen Karsch vom Münsterischen Zahnärzteverein und Dr. Klaus Engelke als Vorsitzender überreichten jetzt dem Förderverein der St. Antonii- Erzbruderschaft die stolze Summe von 60 959,21 Euro. Geld, das allein im Jahr 2016 aus Altgoldresten von Patienten zusammengekommen ist. Diese finanzielle Zahngold-Säule sichert erheblich das letzte Zuhause von Menschen, die am Ende ihres Lebensweges angekommen sind.

Die St. Antonii-Erzbruderschaft hat Tradition in Münster. Seit 666 Jahren liegt ihr das Wohl der Armen und Sterbenden am Herzen. Ein Auftrag, den sie engagiert erfüllt. Vorsitzender der Erzbruderschaft ist Nico Osthues, der bei der symbolischen Scheckübergabe im Johannes-Hospiz den Zahnärzten für ihr großes Engagement ein großes Lob aussprach. „Dieser Einsatz kostet viel Zeit und Aufwand.“

Unter dem Motto „Ihr Goldzahn tut Gutes“, sammeln die Zahnärzte seit Bestehen des Johannes-Hospizes Altgoldreste. Die Initialzündung für diese Aktion hatte 2001 Dr. Dr. Dieter Pack. Der in diesem Jahr Verstorbene war Gründungsmitglied, jahrelanger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Münsterischen Zahnärztevereins.

„34 Dentisten in 23 Praxen beteiligen sich an der Aktion“, berichtet der St.-Antonii- Erzbruder Jürgen Karsch. Und weitere können sich anschließen. „Die Abgabe der Altgoldreste wird von den Zahnärzten genau als Spende dokumentiert“, erläutert Dr. Klaus Engelke.

„In Altenberge hat ein Vertreter der Goldscheide-Anstalt Heraeus Kluzer seinen Sitz und holt das über das Jahr gesammelte Material ab“, informiert Karsch. Nach dem Wiegen gelangt es dann zur Einschmelzung nach Hanau. Die Zerlegung der Metalle und Legierungen erledigt die Firma für den guten Zweck kostenlos.

Jürgen Karsch hätte noch eine Bitte: Wer Zahngold zu Hause hat und es spenden möchte, kann dies gerne im Johannes-Hospiz am Hohenzollernring 66 abgeben.

Die stolze Summe von 60 959,21 Euro kam in diesem Jahr aus Zahngold zusammen. Den symbolischen Scheck überreichten (v.l.): Dr. Klaus Engelke und Jürgen Karsch an Ludger Prinz und Nico Osthues.
Foto: Matthias Ahlke

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